Grafik des Monats

März 2025

Inanspruchnahme von Vorsorgekoloskopien mit Beginn des Einladungsverfahrens 2019 leicht gestiegen // Ältere Patienten bei Darmkrebsprävention nach wie vor verhalten // „Sinkende Zahl von Darmkrebs-Neuerkrankungen seit 2002 zeigt deutlich, dass Vorsorge schützt“

Der Anteil gesetzlich Versicherter zwischen 55 und 64 Jahren in Deutschland, die eine Vorsorgekoloskopie in Anspruch genommen haben, blieb von 2014 bis 2018 nahezu unverändert. Zum Beginn des Einladungsverfahrens im Jahr 2019 ist dieser Wert etwas gestiegen. Ein weiterer leichter Anstieg bis zum Jahr 2023 ist lediglich für 55- bis 64-jährige Frauen zu beobachten. Männer der gleichen Altersgruppe verbleiben auf dem Niveau von 2019. Insgesamt sind bei den 55- bis 64-Jährigen nur geringfügige Geschlechtsunterschiede zu beobachten. Von der seit 2019 präventiv fokussierten Bevölkerungsgruppe der Männer zwischen 50 und 54 Jahren wird das Angebot ab 2020 in ähnlichem Maße angenommen wie von 55- bis 64-Jährigen. 65- bis 74-Jährige kommen für die zweite Vorsorgekoloskopie in Frage. Deren Anteil mit Untersuchung ist signifikant niedriger als der der jüngeren Altersgruppe. Über die Jahre 2014 bis 2019 ist dabei kaum eine Veränderung zu beobachten. Während der COVID-19-Pandemie 2020-2021 zeigen die vertragsärztlichen Abrechnungsdaten einen Rückgang der Inanspruchnahme-Rate. 2023 wurde das Niveau von 2019 wieder erreicht.

Das sind die zentralen Ergebnisse einer aktuellen Schwerpunktauswertung der vertragsärztlichen Abrechnungsdaten für den Zeitraum 2014 bis 2023, die das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) heute veröffentlicht hat.

„Mit Beginn des Einladungsverfahrens sehen wir, dass die Teilnahmerate an Vorsorgekoloskopien insbesondere bei jüngeren Patienten etwas gesteigert werden konnte. Dass es seitdem keinen substanziellen Anstieg mehr gab, könnte auf die COVID-19-Pandemie zurückzuführen sein. Die sinkende Zahl von Darmkrebs-Neuerkrankungen seit 2002, als die Vorsorgekoloskopie als Leistung der gesetzlichen Krankenkasse eingeführt worden ist, zeigt jedoch deutlich, dass Früherkennungsuntersuchungen vor ernsthaften Erkrankungen wirksam schützen können. Wir müssen allerdings nach wie vor feststellen, dass die Teilnahmeraten zur Darmkrebsvorsorge auch weiterhin deutlich ausbaufähig sind“, sagte der Zi-Vorstandsvorsitzende Dr. Dominik von Stillfried.

Für den Unterschied der geringeren Inanspruchnahme von Vorsorgekoloskopien durch ältere gegenüber jüngeren Patientinnen und Patienten seien verschiedene Erklärungsansätze denkbar, so von Stillfried weiter: „Zum einen erhalten ältere Patientinnen und Patienten womöglich auf Grund von Beschwerden öfter eine kurative Koloskopie, so dass der Anlass für die Vorsorgekoloskopie entfällt. Wenn im Alter mehr Koloskopien auf Grund von Symptomen vorgenommen werden, kann das unter Umständen auch für eine unzureichende Vorsorge in jüngerem Alter sprechen. Möglicherweise ist auch die erste Untersuchung als unangenehm empfunden und daher auf die zweite verzichtet worden. Das Einladungsschreiben erhalten gesetzlich Versicherte im Alter von 50, 55, 60 und 65 Jahren. Eventuell kann eine Einladung in höherem Alter die Teilnahme zur zweiten Vorsorgekoloskopie erhöhen. Bekannt ist, dass dieTeilnahmerate an Vorsorgekoloskopien bei jüngeren Personen bis 59 Jahre deutlich am höchsten ist und umso geringer ausfällt, je älter die Personen sind. Auch alternative Kommunikationswege bei der Aufklärung zur Darmkrebs-Früherkennung sollten weiter intensiviert werden.“

Gesetzlich versicherte Männer ab 50 Jahren sowie gesetzlich versicherte Frauen ab 55 Jahren können zwei Früherkennungskoloskopien im Abstand von 10 Jahren in Anspruch nehmen. Das Alter für die erste Untersuchung ist für Männer im Jahr 2019 von 55 auf 50 Jahre herabgesetzt worden. Für Frauen ist dies ab 1. April 2025 möglich. Seit 2019 erhalten anspruchsberechtigte Versicherte ab 50 Jahren im Rahmen eines organisierten Darmkrebsscreenings von ihrer Krankenkasse eine Einladung zur Früherkennung auf Darmkrebs.

Etwa jede achte Krebserkrankung in Deutschland betrifft den Dickdarm (Kolon) bzw. Mastdarm (Rektum). Im Jahr 2020 erkrankten daran rund 30.500 Männer und 24.200 Frauen. Darmkrebs entsteht fast immer aus Wucherungen der Darmwand, die in den Darm hineinragen (Darmpolypen). Sie können bei einer Darmspiegelung entfernt werden, bevor sie sich möglicherweise zu Darmkrebs entwickeln. Das Erkrankungsrisiko für Darmkrebs steigt bis ins hohe Alter an. Mehr als die Hälfte der Patientinnen und Patienten erkranken jenseits des 70. Lebensjahres, nur etwa 10 Prozent vor dem 55. Lebensjahr. Eine gesunde Lebensweise mit ausreichend Bewegung, gesunder Ernährung und Normalgewicht kann das Darmkrebsrisiko senken.

Weitere Informationen zum Darmkrebsmonat März: https://www.felix-burda-stiftung.de/unsere-projekte/darmkrebsmonat


Bildunterschrift:
Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi):
Prozentualer Anteil von gesetzlich Versicherten, die 2014-2023 Vorsorgekoloskopien in Anspruch genommen haben (differenziert nach Alter und Geschlecht)

Datenbasis:
Vertragsärztliche Abrechnungsdaten und GKV-Versichertenstatistik 2014-2023

 

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Weitere Informationen

Daniel Wosnitzka

Leiter Stabsstelle Kommunikation / Pressesprecher