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Grafik des Monats

April 2017: Demenz-Patienten werden häufiger ambulant betreut

Zwischen 2009 und 2014 ist die Zahl der gesetzlich versicherten Patienten mit Demenz, die ambulant ärztlich betreut werden, von 1,1 Millionen auf 1,45 Millionen gestiegen. Im Jahr 2009 lebten davon rund 360.000 Patienten in Pflegeeinrichtungen, 2015 rund 429.000.

 

 

März 2017: Antibiotikaverordnungen bei Atemwegsinfektionen

Kratzt der Hals und läuft die Nase, suchen viele Menschen Hilfe beim Arzt – ein richtiger Schritt: Denn die Experten in der Praxis sind es, die mit ihrem Fachwissen über eine geeignete Therapie entscheiden können. Häufig benötigen Patienten zum Beispiel gar kein Antibiotikum, da viele Atemwegsinfektionen durch Viren verursacht werden,  gegen die ein Antibiotikum nicht wirkt. Doch auch bei einer bakteriellen Infektion brauchen ansonsten gesunde Menschen nicht unbedingt ein Antibiotikum. Hier muss der Arzt gemeinsam mit dem Patienten abwägen – schließlich birgt der unnötige Einsatz die Gefahr, dass Bakterien resistent gegen die gängigen Antibiotika werden und diese ihre Wirksamkeit verlieren. Eine Untersuchung des Zi zeigt, dass niedergelassene Ärzte dementsprechend zurückhaltender beim Verordnen entsprechender Medikamente geworden sind: Insbesondere bei Infektionen der oberen Atemwege lässt sich im Zeitraum 2010 bis 2014 ein deutlicher Rückgang beobachten.

Bundesweite Projekte wie „RESIST“ zielen darauf ab, den Antibiotika-Einsatz auf notwendige Fälle zu beschränken; sie unterstützen außerdem, dass diese wichtigen Arzneimittel auch in Zukunft wirksam bleiben. Das Zi ist an „RESISTENZvermeidung durch adäquaten Antibiotikaeinsatz bei Atemwegserkrankungen“ (RESIST) beteiligt.

 

 

Februar 2017: Grippeimpfschutz von Schwangeren

Lassen sich Schwangere gegen Grippe impfen, schützen sie nicht nur sich selbst vor der Erkrankung und etwaigen Komplikationen. Auch die Neugeborenen geimpfter Mütter leiden in den ersten Lebensmonaten seltener an schweren Atemwegsinfektionen. Daher wird auch in Deutschland seit 2010 offiziell empfohlen, dass sich schwangere Frauen gegen Grippe impfen lassen. Die Bereitschaft dazu ist allerdings regional stark unterschiedlich ausgeprägt, wie unsere Grafik zeigt: Während sich Schwangere in Sachsen-Anhalt am bereitwilligsten impfen lassen, sieht das in mancher südlichen Gegend ganz anders aus. Ausführliche Untersuchungsergebnisse erscheinen im März 2017 im Zi-Versorgungsatlas.

 

 

Januar 2017: Selbständige Ärzte arbeiten mehr als angestellte Ärzte

Selbstständige Ärzte erbringen mehr Versorgungsleistungen als angestellte Ärzte. Das zeigt eine Analyse der bundesweiten Abrechnungsdaten des Jahres 2015 für Ärzte mit gleichem Zulassungsumfang. Für die Auswertung hat das Zi die im Einheitlichen Bewertungsmaßstab hinterlegten Prüf- und Kalkulationszeiten genutzt. Mit mehr als 70 % ist der Unterschied bei Kinderärzten am größten und mit gut 10 % bei den Psychotherapeuten am geringsten. Die Landesausschüsse berücksichtigen diese Unterschiede in der Regel nicht, wenn sie für Regionen eine Unter- bzw. Überversorgung feststellen.

 

 

November 2016: Zi-Kodierhilfe – Arbeitserleichterung für eine sach- und fachgerechte Kodierung der Behandlungsanlässe

Vertragsärzte können sich mit der Kodierhilfe des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) anhand kurzer Checklisten vergewissern, welcher Kodierschlüssel der richtige ist und sich so ihren Arbeitsalltag erheblich erleichtern. Das Zi bietet Checklisten für 11.500 der etwa 13.500 Kodes aus dem Systematischen Verzeichnis der ICD-10-GM 2016 an. In mehr als 70 Arbeitsgruppen wurden diese inhaltlich nach vorgegebenen Kriterien konsentiert. Bei mehr als der Hälfte der 22 Kapitel liegt der Anteil der bereits bearbeiteten Kodes über 95 Prozent. Die „Zi-Kodierhilfe“ steht online bereit (www.kodierhilfe.de); zudem wird das Zi in drei Kassenärztlichen Vereinigungen erproben, die Kodier-Unterstützung direkt mit der Praxis-Software zu synchronisieren. Da die Abrechnungsdaten zunehmend etwa für die Beurteilung einer wirtschaftlichen Verordnungsweise, für Honorarverhandlungen sowie für Fragen der Bedarfsplanung genutzt werden, gewinnt die Datenqualität an Bedeutung. Die Kodierhilfe hat nichts mit den derzeit erneut diskutierten Kodierrichtlinien zu tun. Letztere sind aus Sicht des Zi für die ambulante Versorgung nicht zu empfehlen. 

 

 

Oktober 2016: Mit dem Herbst startet die Grippesaison – Impfbereitschaft in Deutschland ausbaufähig

Die Tage werden windiger, feuchter und kälter, und mit dem Herbst kündigt sich auch die Grippesaison an. Schutz vor den aggressiven Viren bietet die jährliche Grippeimpfung. Doch obwohl sie für Menschen ab 60 Jahren und für Schwangere genauso wie Patienten mit bestimmten Erkrankungen empfohlen wird, ist die Impfbereitschaft jahrelang zurückgegangen. Dabei haben aktuelle Forschungen ergeben, dass Neugeborene im ersten Lebensjahr ein über 60 Prozent geringeres Risiko haben, selbst an Grippe zu erkranken – wenn sich die schwangere Mutter hat impfen lassen.

Was die Grafik auch zeigt: In den östlichen Bundesländern einschließlich Berlin scheuen die Menschen grundsätzlich seltener vor einer Impfung zurück als im ehemaligen Westdeutschland.

 

 

September 2016: Unsere Hausärzte – vielseitig und umfassend gefragt

Hausärzte sind die Allrounder unter den niedergelassenen Ärzten. Als erste Ansprechpartner für Patienten müssen sie über ein besonders breites Fachwissen verfügen, Krankheitsbilder rasch erkennen und klassifizieren können. Wie umfassend das Spektrum von Hausärzten ist, zeigt unsere Datenanalyse. Dafür hat das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) untersucht, wie Hausärzte abrechnen und welche Krankheitsbilder sie feststellen. Die vielen, kleinen Tortenstücke verdeutlichen die Vielfalt an so genannten Kodes, die Ärzte zur Klassifikation verwenden. Sie bedienen sich faktisch aus allen Kapiteln des Kodierungs-Katalogs – oder anders gesagt: Hausärzten ist keine Krankheit fremd.  

Die Kodierung der Hausärzte bedient sich aus allen 22 Kapiteln der ICD-10-GM. Jeder Kreissektor entspricht dem Anteil der verwendeten Kodes pro Kapitel. Die Abbildung beruht auf einer statistischen Analyse von etwa 2.800.000 Diagnosen-Einträge aus dem Zi-ADT-Panel zur Morbiditätsanalyse der Quartale 04/2014 bis 03/2015 aus den Regionen Brandenburg und Nordrhein.

August 2016: Wertverfall ärztlicher Leistungen

Während der Orientierungswert und damit die Preise ärztlicher und psychotherapeutischer Leistungen zwischen 2010 und 2015 um nur 3,6 Prozent angehoben wurden, sind der Nominallohnindex und die tariflichen Stundenverdienste aller Branchen in Deutschland um mehr als zwölf Prozent gestiegen. Der Bundesbasisfallwert als Preisindikator für Krankenhausleistungen hat im gleichen Zeitraum um mehr als zehn Prozent zugelegt. „Diese Entwicklung ist besorgniserregend“, sagt Dr. Dominik von Stillfried, Geschäftsführer des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi). Sollten sich die Rahmenbedingungen für die Niederlassung von Ärzten langfristig verschlechtern, werde dies nach Ansicht von Stillfrieds den beginnenden Ärztemangel in der ambulanten Versorgung verschärfen.  

Quellen:
1 Statistisches Bundesamt (Verdienste und Arbeitskosten)
2 AOK Bundesverband (http://www.aok-gesundheitspartner.de/bund/krankenhaus/lbfw/bfw/index_09446.html)
3 https://www.destatis.de/DE/Publikationen/Thematisch/VerdiensteArbeitskosten/
ReallohnNetto/Reallohnindex.html

4 Beschlüsse des (Erweiterten) Bewertungsausschuss

  

Juli 2016: Wo gehen Patienten wegen Verdachts auf Borreliose besonders häufig zum Arzt?

Sommer ist Zeckenzeit. Eine der häufigsten durch Zecken übertragenen Krankheiten hierzulande ist die Lyme-Borreliose. Diese ist im Gegensatz zu Rückenschmerzen zwar ein seltener Behandlungsanlass, aber in einigen Regionen werden die Ärzte öfter damit befasst als andernorts. Der Süden und Südosten Deutschland ist überdurchschnittlich betroffen. Früh erkannt ist die Lyme-Borreliose sehr gut und folgenlos durch Antibiotika heilbar.

Vergleich: Erstmaliger Arztbesuch wegen Lyme-Borreliose und Rückenschmerzen je 10.000 GKV-Versicherte

  

Juni 2016: Mehr Ärzte braucht das Land!

Die Deutschen werden in Zukunft mehr Zeit im Sprechzimmer verbringen – fast überall im Land. Weil die Bevölkerung altert, wird die Anforderung der Bevölkerung an die ärztliche Arbeitszeit zunehmen. Dies hat das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) im Rahmen des Projekts „Versorgungsatlas“ auf Basis verschiedener Datenquellen berechnet. Um die Auswirkungen des Alterns auf den Versorgungsbedarf darzustellen, entwickelten die Forscher einen eigenen Bedarfsindex, der auf der amtlichen Bevölkerungsvorausberechnung für die etwa 400 Kreise und kreisfreie Städte bis 2035 fußt. Am stärksten steigt die Inanspruchnahme von Ärzten demnach in den Regionen, in die Menschen verstärkt zuwandern – etwa im sogenannten Speckgürtel von München. In typischen Abwanderungsregionen, beispielsweise in ländlichen Gegenden und vor allem in den östlichen Bundesländern, sinkt der Index zwar unter den heutigen Stand, doch nicht in gleichem Umfang wie die erwartete Abwanderung. Denn es sind die Älteren, die eher bleiben – und sie sind häufiger und länger in der Praxis als Jüngere.

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