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Demografischer Wandel

Aufgabenstellung

Wie wirkt sich der demografische Wandel auf die ambulante ärztliche Versorgung in ganz Deutschland aus? Wenn die Versicherten nicht mehr überall auf eine angemessene Versorgung durch niedergelassene Vertragsärzte zählen können, müssen bisherige Verfahren zur Bestimmung von Standorten neu gestaltet werden.

Um den künftigen Versorgungsbedarf zu ermitteln, hat das Zi in einem Pilotprojekt für die KV Thüringen eine Standortanalyse auf Gemeindeebene vorgenommen. Diese Ergebnisse werden nun als bundesweite Analysen erweitert. Mit ihrer Hilfe können nun in Arbeitsgruppen Lösungsszenarien entwickelt werden, die eine Versorgung in der Nähe des Wohnorts gewährleisten.

Ergebnisse

Ergebnis der Hochrechnung des Versorgungs- und Arztbedarfs ist eine Liste von Standorten je Arztgruppe, die aufgrund der demografischen Entwicklung und unter dem Aspekt der Erreichbarkeit in den nächsten 10 bis 15 Jahren vorrangig besetzt werden sollten.

Auf Basis vereinfachter Annahmen für die Zukunft hat das Team des Zi ein Verfahren erarbeitet, das den erwarteten Versorgungsbedarf für die Jahre bis 2025 zu aufgrund von demografischer Entwicklung und regionaler Inanspruchnahme ermittelt. Dabei berücksichtigt das Zi ebenfalls den voraussichtlichen Umfang der medizinischen Versorgung, der in den verschiedenen Regionen angeboten werden kann.

Diese Standortbewertung ist feiner aufgeschlüsselt als die bisherige Bedarfsplanung und berücksichtigt Arztbesuche jenseits der eigenen Kreis- und Bundesgrenze. In die abschließende Bewertung fließen auch weitere Faktoren wie die regionale Erkrankungsstruktur (Morbidität) und Entwicklungstendenzen ein.

Die Ergebnisse hat die KV Thüringen unter anderem bei der Gesundheitsministerkonferenz 2009 in Erfurt vorgestellt. Der Gastbeitrag im Herzbericht (2009), „Komorbidität herzkranker Patienten in der vertragsärztlichen Versorgung und demografisch bedingter Entwicklungstendenzen“, bezieht sich auf die Hochrechnung des Zi.

Die gewonnen Erkenntnisse werden für die bundeweite Analyse genutzt, um Indikatoren für eine zukunftsichere Planung der ambulanten medizinischen Versorgung zu erforschen. Die Ergebnisse für die KV Thüringen und KV Westfalen-Lippe wurden bereits im Rahmen eines Pressegespräches der Öffentlichkeit vorgestellt.

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Im Überblick

Ziel

Nachweis demografiebedingter Effekte auf den regionalen Versorgungsbedarf und die verfügbare Anzahl von Ärzten

Laufzeit

voraussichtlich bis Mitte des Jahres 2011 für alle KVen

Erste Erkenntnisse

Die Daten aus Thüringen und Westfalen-Lippe zeigen, dass Bevölkerungsrückgang und demografische Alterung nicht nur die neuen Bundesländer betreffen.